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Der Tag nach der olympiaverdächtigen Rostocker Marathonnacht war die letzte Gelegenheit, sich für den “Poeler Abendlauf” online vor-anzumelden, was einige Lauftreffler schon weidlich genutzt hatten. Mir aber fehlten an diesem Tag Kraft und Motivation, allein der Gedanke an so einen kleinen Zehner erschien mir schon wie eine  Entweihung des Marathon-Erlebnisses. Aber nachdem ich im Laufe der Woche wieder feste Nahrung zu mir nehmen konnte und die Lauftreff-Trainingseinheiten ganz gut liefen, war ich dann doch reif für die Insel und entschied, spontan als Nachmelder aufzukreuzen und eben die 3 extra-Euros für den guten Zweck des Laufcups lockerzumachen. Allerdings hatten mir die LC-Führungsläufer Norbert, Rudi und Harald schon aus der Teilnehmerliste entgegengelächelt, so dass ich mir maximal einen 4. AK-Platz ausrechnen konnte.
Aber man läuft ja auch gegen sich selbst, und ich wollte gerne wissen, ob es mir endlich gelingen würde, den mystischen “Fluch von Poel” zu brechen, der für mich darin besteht, bei jedem Rennen dort exakt wenig berauschende 48:26 hinzulegen.
Der Parkplatz war wesentlich überfüllter als letztes Jahr, der Startbereich erst recht, und mein Erscheinen deckte sich mit der Durchsage, sich doch ab jetzt bitte nicht mehr an der viel zu langen Nachmelderschlange anzustellen. Es war aber noch fast ne Stunde Zeit… jedoch die Frau am Ende der Schlange, hinter der ich versuchte, möglichst unauffällig herumzulümmeln, teilte mit, dass sie definitiv die Letzte sei. Es erschienen aber noch paar kampfeslustige Spätanmelder (die von mir erfuhren, dass ich der Erste nach der Letzten sei, sich davon aber nicht verdrießen ließen), und die Startnummern waren dann alle, aber es gab wenigstens noch massig Schuh-Chips, und so konnte das spätere Eingruppieren in den Startblock schon als erster kleiner Sieg verbucht werden. Auch Sabine und Doreen hatten sich tatendurstig eingereiht..
Der Lauf an sich hat seine Schauwerte – es ist reichlich Wald dabei, zeitweise geht es schön an der Ostseeküste entlang -, aber er zeigte wieder einmal, dass er einem etwas mehr abverlangt als manch andere Piste. Es gibt nach der halben Strecke 2 km, die gewöhnlich mit einem sehr forschen Gegenwind gesegnet sind, auf sehr offenem, etwas erhöhtem Gelände, das auf einer sandigen Feldpiste erst mal erklommen werden muss, und wo die Sonne, wenn sie denn brennt (und das tat sie), dies auf eine sehr intensive, Sierra-Madre-artige Art tut. Da gab es auch diesmal reichlich zu schnaufen und zu transpirieren, und sehr passend werden gleich danach schön kühle feuchte Schwämme dargeboten. Dann ist man wieder etwas aufgebaut für die restlichen drei Kilometer.
Von meinen drei Konkurrenten habe ich bis zur Ziellinie rein gar nichts gesehen, aber es sprang sogar der 3. AK-Platz heraus, wenn auch nur, weil der Norbert spontan auf 5km umgemeldet hatte.
Auf Poel ist auch der 3. AK-Platz etwas wert, denn es gibt eine opulente AK-Siegerehrung, und jeder auf dem Treppchen darf mit einer Belohnung von dannen ziehen! Wenigstens etwas, wenn schon kein Zählpunkt für den Cup herauskam.
Wir drei Lauftreffler zogen dann auch ganz zufrieden heim – Doreen hat sich nach ihrer “Rostocker 7″ wieder ganz gut aufgebaut, Sabine durfte nach ihrer langen Verletzungspause sogar den Pokal der AK-Ersten abstauben, und, naja, ich hab den “Fluch” gebrochen und fast eine Minute gutgemacht.
Was mir bei der Heimfahrt auffiel – der späte Abend nach diesem Lauf bietet immer ein außergewöhnliches herbstliches Farbenspiel am Himmel. Man kann sich kaum auf die Straße konzentrieren, und Einige waren dann auch konsequent, hielten an und bauten erstmal die Fotoausrüstung auf. Zur Belohnung gab es einen prächtigen Mehrfachregenbogen über der glasklar sichtbaren fernen Silhouette von Wismar, traumhaft illuminiert von der gerade untergehenden Sonne, umkränzt von geradezu expressionistischen Wolkenformationen.

Passend zu den aktuellen Zeitläuften ließ sich unser Lauftreff zu einem nahezu olympiareifen Gesamtauftritt hinreißen. Viele, um nicht zu sagen, fast alle,  unserer Athletinnen feierten ihr HM-Coming-out, was schon in den Tagen vorher an einer kämpferischen Grundstimmung zu erkennen war. Das rief bei mir schon einige nostalgische Erinnerungen an die Regenschlacht 2011 hervor, wo ich nach dem meinigen „Ersten HM“ die perfekte Regenerationseinheit darin fand, die ganze restliche Nacht hindurch einige Hektoliter Wasser aus der Kelleretage meines überfluteten Heimes zu befördern.
Für mich war diesmal der Reiz des Neuen nicht mehr so virulent – es sollte ja schon der 4. „M“ werden, aber wenigstens wollte ich das Ganze in Würde durchstehen und nicht allzusehr gegenüber dem Wahnsinns-April-Rennen in Ueckermünde abstinken. Also 3:45 angepeilt. Da fingen meine Probleme aber auch schon an, denn dafür gab es keinen Zugläufer. Dafür reichlich für 3:30, 4:00, 4:30. Beim Start standen die naturgemäß noch reichlich dicht hintereinander, und ich zufällig gerade auf der Zwischenposition für 3:45. Bei den anfänglichen Cityrunden dann konnte man den Abstand nach vorne ganz gut halten, und als es schließlich ins offene Feld Richtung Gehlsdorf hinaus ging, sich sogar ohne große Mühe dem kleinen Pulk der 3:30-Anstrebenden anschließen. Und da mir die Geschwindigkeit in dieser Phase noch recht moderat vorkam, wählte ich von den vorhandenen pacer-Ballons kühn den vorderen, um dann bis zur Tunneldurchquerung gepflegt im Verkehr mitzuschwimmen.
Es herrschte eine Riesenstimmung an der Strecke, wozu neben dem jubelnden Publikum ein wunderbarstes, weitgehend trockenes, angenehm kühles Laufwetter beitrug. Gelegentlich lief man durch überwältigende Schwaden von Grilldüften, welche man ganz gut als nahrhafte Zwischenverpflegung veratmen konnte. Ich hatte blendend leichte Füße, umtänzelte wie ein Füllen auf der Weide den Einzigen Ballon, lief auch mal vor, ließ mich schmunzelnd wieder zurückfallen. Beim Erreichen des Fähranlegers dann ging es auf Engelsflügeln durch das begeisterte Spalier der ihrem Auftritt entgegenfiebernden Halbmarathonis, speziell fast der gesamte Lauftreff, zusätzlich angefeuert durch liebevolle bunte Kreidezeichnungen auf dem Asphalt.
So langsam aber schienen mir Ballon nebst Pulk immer schneller zu werden, zumindest wurde es immer schwerer, dran zu bleiben, und der von der untergehenden Sonne im Gegenlicht zauberhaft rot durchstrahlte Ballon wandelte sich langsam zur Fata Morgana im Auge des Verdurstenden. Nach der zweiten Durchquerung des Warnowtunnels endlich sah ich erfreut den Zugläufer den Verpflegungsstand ansteuern, was ich sofort auch für ein Minipäuschen nutzen wollte. Aber an meinen Fähigkeiten des schnellen Trinkens muß ich noch arbeiten. Als ich nämlich nach einem genießerischen Iso-Schlückchen (natürlich von Hella) wieder die Augen öffnete, war niemand mehr zu sehen. Alle weg, samt Ballon! Ab um die nächste Ecke und schon 100m voraus. Und so begannen die letzten und schwersten 10 km. Zuerst hoffte ich ja, die immer kleinere Ansicht des Ballons läge daran, dass er etwas Luft verlöre. Aber es war leider eine optische Täuschung, bedingt durch die wachsende Entfernung. So schleppte man sich km für km dahin, und stand den überholenden Halbmarathonis irgendwie im Weg herum,  und mißachtete weitgehend die traumhafte Ansicht des abendlich illuminierten Rostock, wie sie sich von Gehlsdorf aus bot. Ade, 3:30.
Dann aber kam ein Schild „noch 2km“, und mein Timer war erst bei 3:22:xx angekommen. Das weckte noch mal die Lebensgeister. Es mußte doch mit dem Teufel zugehen, wenn nicht wenigstens die alte Bestzeit (3:39) unterboten wurde. Und das klappte dann auch, was letztendlich  wesentlich besser war, als ich mir in meinen kühnsten Träumen für diesen Abend vorgestellt hatte.
So richtig schwierig wurde es dann erst nach dem Medaillenempfang, als die Endorphine langsam verblubberten und der Kreislauf wieder runterfuhr. Ich muss wie ein Geist ausgesehen haben. Jede Andeutung einer etwas intensiveren Bewegung oder gar Dehnung wurde vom Körper mit dem Versprechen quittiert, mich mit dem Vater aller Krämpfe zu beglücken. Wie sollte ich nur den verdammten Mietchip vom Fuß kriegen? Die reinste Akrobatik. Nach 10min schaffte ich es endlich, den Fuß auf eine Bank zu stellen. Kam aber trotzdem nicht dran. Da musste erst Frank nach seiner „Rostocker 7“ vorbeikommen und mich erlösen. Und allmählich bildete sich im Zielbereich eine stolze Lauftreff-finisher-Runde.
Irgendwann, nach diversen netten Fachgesprächen mit Leidensgenossen, darunter Fred „Sprintefix“, bei dem man sicherlich wieder traumhafte Streckenfotos vorfinden wird, fühlte ich mich fahrtüchtig genug, den etwa 10km langen Heimweg anzutreten.
Und hier macht endlich die Überschrift ihren Sinn. Indem ich zum Zwecke meines kleinen Lauftreff-Ausfluges von dem familiären Grillabend auf der heimischen Freiluftterrasse desertiert war, verpasste ich tatsächlich den wahrhaft apokalyptischen abendlichen Wolkenbruch, von dem mir mit immer noch schreckgeweiteten Augen berichtet wurde! Aber wenigstens musste diesmal kein Wasser aus dem Haus geschaufelt werden.

Lauftreff-Ergebnisse

Dist

SNR

Name Verein

Jg

AK.

AK

Brutto

Netto (Rang)

Pace Netto

7,7

1632

HEINRICH Doreen 1. LAV Rostock

1978

4.

W35

42:55

42:48 (16.)

5:34

7,7

1702

SCHRAMM Frank 1. LAV Rostock

1958

1.

M55

40:07

40:01 (47.)

5:12

7,7

1721

VOIGT Jürgen 1. LAV Rostock

1938

1.

M75

53:11

53:04 (95.)

6:54

HM

561

BLAHN Carolin 1. LAV Rostock

1989

21.

WHK

1:58:01

1:56:44 (71.)

5:32

HM

1169

RÜGGEBERG Tatjana Lidl Rostock

1969

10.

W45

1:57:30

1:56:47 (72.)

5:32

HM

562

BLANKE Silke 1. LAV Rostock

1964

11.

W50

2:00:59

2:00:32 (102.)

5:43

HM

1239

SCHUMANN Katrin 1. LAV Rostock

1968

28.

W45

2:11:51

2:10:35 (166.)

6:11

HM

1297

STOLZMANN Birthe 1. LAV Rostock

1970

32.

W45

2:14:05

2:13:29 (186.)

6:20

HM

898

KRÖPPELIEN Katrin 1. LAV Rostock

1970

40.

W45

2:29:53

2:28:36 (250.)

7:03

HM

1211

SCHOKNECHT Birk 1. LAV Rostock

1969

34.

M45

1:49:04

1:48:20 (253.)

5:08

HM

1232

SCHULZ Ralf-Rainer 1. LAV Rostock

1954

11.

M60

1:54:47

1:54:03 (336.)

5:24

HM

908

KUNKEL Holger 1. LAV Rostock

1955

14.

M60

1:57:30

1:56:47 (390.)

5:32

HM

946

LUCHTERHAND Andreas 1. LAV Rostock

1962

64.

M50

2:10:34

2:09:49 (541.)

6:09

HM

679

FISCHER Erhard 1. LAV Rostock

1951

7.

M65

2:11:51

2:10:35 (548.)

6:11

M

382

VÖLSKE Jörg 1. LAV Rostock

1954

2.

M60

3:35:12

3:34:41 (54.)

5:05

Am 28.7. war wieder einmal der Termin für den Warnemünder Stundenlauf, den schon 112., herangekommen. Diesmal war eine weit höhere Teilnehmerzahl als bei den letzten Gelegenheiten zu verzeichnen, wozu unser Lauftreff ganz wesentlich beitrug! Katrin Kröppelien, Frank Schramm, Jürgen Voigt, Birk Schoknecht und Jörg Völske wollten sich diese Gelegenheit des mentalen und physischen Aufbaus und Formchecks vor der unerbittlich näherrückenden Marathonnacht nicht entgehen lassen.
Und – es hat sich gelohnt. Für mich hat diese Strecke immer ein gutes Karma. Nach einem ziemlich unrunden und schlurfigen längeren und einsamen prä-Frühstückslauf am Vortag genau das Richtige, um wieder etwas Zuversicht aufzubauen. Wozu nicht unerheblich beitrug, dass es wieder gelang, auf die ersehnten sieben Runden zu kommen, und dabei die ganze Zeit ein gutes und rundes Laufgefühl zu haben <Ergebnisse>.
Auch alle anderen Lauftreffler zogen eine positive Bilanz und waren begeistert von dem einmaligen Flair der Strecke.  Und für alle war der krönende Höhepunkt dann der Sprung in die auf Wellness-Temperatur abgestimmten Ostseefluten, wobei das Klettern und Rutschen über die zahlreichen glitschigen Findlinge im Uferbereich gleich noch die richtige Kräftigungs- und Dehnungseinheit war.

So sieht der Anfang der M60-Liste für den 10km-Karl-Krull-Gedenklauf in Steinhagen aus:

1. 857 HERTEL, Emil 1956 SV Turbine Neubrandenburg 40:17
2. 662 BORCHERT, Rudi 1952 Laufgruppe Schwerin 43:27 3:10
3. 872 PRESCHER, Harald 1955 SV Turbine Neubrandenburg 44:22 4:05
4. 564 VÖLSKE, Jörg 1954 1. LAV Rostock 46:21 6:04

Ja, was soll man groß dazu sagen. Die erste Hälfte war einfach schrecklich, ich fand es furchtbar heiß und schleppte mich eher arythmisch dahin. Das System wollte, trotz Warm-Hüpfen, einfach nicht hochfahren, der Puls ging nicht über Pottwal-Niveau hinaus, beinahe wäre es zum Einsatz eines Defibrillators gekommen :-( Ich überlegte schon, auf eine Zielzeit von 3h zu orientieren, damit das Ganze wenigstens als Marathon-Training durchging.
Zum Glück wurde es dann nicht ganz so schlimm. Nach dem Wendepunkt kam etwas Flüssigkeit in das Laufgeschehen, und wie schon so oft konnte ich mich mit zunehmender Lockerheit der Aufgabe widmen, den vorher entfleuchten Pulk teilweise wieder einzusammeln und etwas Zeit gutzumachen.
Jedenfalls aber war ich sehr froh, der dort lebenden Weinbergschnecke erst auf diesem Rückweg zu begegnen. Auf dem Hinweg hätte sie sich ruhig auf ihren schleimigen Hintern setzen können und an ihrem Häuschen werkeln, währenddessen ich versucht hätte, an ihr vorbeizuziehen…
Und Punkte für den Laufcup brachte das Ganze natürlich auch nicht, da schon genügend bessere Platzierungen existieren. Aber ein gewisser Zuwachs an Lebenserfahrung ist ja auch nicht zu verachten, und der nächste Höhepunkt (so er denn kommt) könnte aus heutiger Perspektive umso grandioser aussehen.

zwischen den diversen Laufcup-Herausforderungen kann man schon mal in die „Zwischenzeit“ geraten.

zwischenzeit

Dies ist die vorübergehende Hauptattraktion des Lausitzer Seenlandes, speziell von Großräschen – eine gewaltige Infrastruktur aus See, Hafen, Seebrücke, Kanäle, Unterführungen, Wehre noch und nöcher – alles perfekt, fehlt nur noch eine Menge Wasser darin. Was sich bis 2017 ändern soll.
Hier nun war der neue Start- und Zielpunkt des „Lausitzer-Seenland-100“-Events, benannt nach dem darin enthaltenen 105-km-Skate-Rennen.
Das war mir dann aber doch etwas zu fett, so dass ich mich auch bei meiner dritten Teilnahme lieber auf einen gepflegten Halbmarathon beschränkte.
Beim Start um 19:00 Uhr war es noch sehr schwül, aber während man so dahinstrebte, setzte sich langsam die Kühle der Seen durch, an deren Ufern ein großer Teil der durchgehend asphaltierten und weitgehend flachen Strecke verläuft. Sehr flach abgesehen von einigen Unterführungen und Tunneln, die interessante Blicke auf akribisch ausgeschotterte, aber noch trockene Kanalböden gestatten.
Interessant auch die Blicke auf die Entfernungsmarkierungen. Es gab welche für die bereits zurückgelegten Kilometer, und mit besonderem Interesse erspähte man gelegentlich die Rückseiten der Schilder auf der anderen Pisten-Seite, welche sich auf die zurückgelegten km der heimkehrenden Ganz-Marathoni bezogen. Erinnere mich mit Respekt an „37km“.
Der Rückweg nach dem Wendepunkt wies diverse Besonderheiten auf: Zum einen mischte sich der HM-Pulk mit den früher gestarteten Marathonis, die zu einem großen Teil natürlich etwas fertiger waren als die „Kurzstreckler“. Nicht jeder aber ließ sich so einfach überholen, und wenn, dann versuchte man ihm eine besondere Anerkennung auszudrücken. Zum anderen lief man auf längeren Streckenabschnitten höchstpräzise genau in die Abendsonne hinein. Ein Geisterfahrer mit Fernlicht an ist gar nichts dagegen, da gab es dann doch den einen oder anderen Geschwindigkeitsabfall.
Vor allem aber las man jetzt die „es wurden zurückgelegt“-Schilder richtig rum und konnte sich laufend der kleinen Rechenaufgabe hingeben, die Differenz aus 42.195 und der angezeigten Zahl zu bilden, um rauszukriegen, wie weit es denn noch sei. Und nach zunehmend recht lang erscheinenden 195 Metern erschien immer auf der anderen Seite das Schild, welches auf der Rückseite die Lösung versteckte. Meistens lag ich nur wenige km daneben :-)
Zum Schluß, als die Sonne etwas günstiger stand, als es langsam anfing, Spaß zu machen, sich im Pulk (wieder) etwas nach vorne durchzuarbeiten, brachte mich ein besonders zäher Knochen von Mitkämpfer dazu, dankbar einiger flotterer Trainingseinheiten beim Lauftreff zu gedenken. Es brauchte einen für Alte-Herren-Verhältnisse extrem zügigen Endspurt über sage und schreibe zwei Kilometer, um am Ende die Nase um 2sec vorn zu haben. Dann war die Altersklasse wieder einmal geknackt und meine Zeit für diese Strecke um 2min verbessert auf 1:43:39.
Leider etwas zu weit von den 1:40 entfernt, die für mich ein selten erreichtes Traumziel darstellen. Aber man muss ja auch noch ein Ziel für die Zukunft haben.

ist schon eine seltsame Überschrift für den Bericht vom diesjährigen Schweriner Fünfseenlauf. Beschreibt aber ganz gut die Situation, kilometerweit mit witterungsbedingt beschlagener Brille durch die Gegend zu jachtern.
Irgendwann nahm ich sie lieber in die Hand, ehe ich einen Mitkämpfer oder Baum umrannte. Was später dazu führte, wesentliche Dinge zu übersehen…
Als Delegierte des Lauftreffs lastete diesmal die ganze Last der Verantwortung, unseren EM-Helden den richtigen moralischen Drive für das Match gegen Italien zu verleihen, auf den Schultern von Ralf und mir.
Im Vorfeld des FSL war optimales Laufwetter angekündigt und auf der Veranstaltungs-Homepage prangte schon mal der entsprechende Hinweis, dass die beliebten Lanckower Berge natürlich wieder die Krönung des Laufes sein würden. Keine Marscherleichterung wie letztes Jahr!
Die 30km bis dahin waren dann arg lang und eine ziemliche Schufterei. Wenigstens musste man aber nicht akribisch jeden Getränkestand mitnehmen, es kam einfach genug Feuchtes von oben. Jedoch ganz ohne Bananenhäppchen gings natürlich nicht, wenn auch die mehrfachen vergeblichen Versuche, die glitschigen Dinger zu schnappen, jedesmal zu bedauerlichen Zeitverlusten führten.
Nebenher wurde mir eine kostenlose Laufstilberatung zuteil, freundlich spendiert von einer sehr schnellen Dame, mit der ich ein paar km mithalten konnte. Ihr ästhetischer, nahezu gazellenartiger Laufstil war eine Augenweide, und wenn man sich auf den synchronisierte, gings gleich ein bisschen besser voran.
Leider war sie dann weg, aber ehe ich in meinen alten Trott zurückfallen konnte, waren endlich die Bergregionen erreicht, woraufhin es dann bald überstanden war.
Und selbst mit ohne Brille konnte ich erkennen, 6min schneller als in Krakow gewesen zu sein. Neue Best-ever-Zeit von 2:24:14 über die 30km! Satte 3min schneller als mein Bezwinger Lothar in Krakow gewesen war!! Wo war er nur diesmal? Hah, wenn das der Lothar sehen könnte, dachte ich so bei mir.
Und – - – er konnte es sehen. Sehr gut sogar. Hatte nach seinem Zieleinlauf 36sek Zeit, sich gemütlich umzudrehen und meinen letzten Stolperschritten beizuwohnen.
Welchen moralischen Ansporn sollte Jogi Löw nun daraus entnehmen? “Leute, Ihr werdet das beste Match abliefern, dass je eine Deutsche Mannschaft bei einer EM geliefert hat . . . aber leider unglücklich verlieren.”
Wie wir nun alle wissen, haben sie die Kurve besser gekriegt – weil der Rest unseres verschworenen Lauftreff-Teams seinen Teil beigetragen hat. Ralf legte eine neue persönliche Bestzeit über die 10km hin und außerdem brachten Uwe und Andreas beim Papendorfer Triathlon das Wasser der Warnow zum Brodeln und anschließend die berüchtigten Papendorfer Berge zum Erzittern!!!

Am 26.6. fand nun schon die 2. Auflage des “Alt Schweriner Inselcross” statt.
Und einige Aktive unseres Lauftreffs in Gestalt von Heike, Uwe, Birk und Jörg hatten beschlossen, durch eine solide Teamleistung beim 12-km-Wettbewerb einen moralischen Ansporn für unsere anschließend geforderte EM-Mannschaft zu setzen.
Der Pulk der Läufer war recht überschaubar, vielleicht sollte sich dieses Event noch etwas mehr herumsprechen.
Im Start- und Zielbereich existiert durch den Ferienpark Plauer See eine gute Infrastruktur und der 6-km-Rundkurs um die Insel Plauer Werder ist einfach traumhaft. Für einen rasanten Start und einen rekordmäßigen Endspurt steht eine Asphaltpiste zur Verfügung, ansonsten geht es über Waldwege, oft mit Seeblick. Einige eingestreute Hügel sind angenehm kurz.
Wers mag, kann sich nach dem finish gleich mal in den See stürzen.
Als Preise für die ersten Drei der Gesamtwertung gab es schöne Tassen mit pokalmäßigem Aufdruck zu gewinnen. Und was soll ich sagen, der Lauftreff hat sie alle abgestaubt!
Da konnte ja unser EM-Team nicht anders, als auch mal eine gleichwertige Performance hinzulegen. Drei Tassen – drei Tore.

tasse1

tasse2 tasse3

Die letzten Tage ging es ja mal Schlag auf Schlag: Zunächst war da ja der Güstrower Inselseelauf, welcher das Laufcup-Konto um einen stolzen halben Punkt anhob.
Kaum verdaut, war dann zu meinem Schreck schon wieder der Termin eines Stundenlaufes hereingebrochen. Also ging es Donnerstag auf zum Parkplatz Wilhelmshöhe, obwohl eher Tapering für das nächste, noch etwas größere Event angebracht gewesen wäre.
Und an dieser Stelle kann ich eine sensationelle sportwissenschaftliche Erkenntnis verkünden: Der umstrittene Spanferkel-induzierte Rudi-Rüssel-Effekt, der von der Fachwelt bisher vorwiegend dem Reich der Legenden zugewiesen wurde, und von dem ich beim Inselseelauf vergeblich zu profitieren hoffte, tritt mit einer einwöchigen Verzögerung ein!! Das hab ich so noch nicht mal bei Google gefunden.
Jedenfalls war ich mehr erschrocken als erfreut, als ich nach der ersten 2-km-Runde des Stundenlaufes noch deutlich unter 9min lag. So ging es munter weiter, nach 10km stand die Uhr für mich unfassbar deutlich unter 45 min und am Ende waren 7 Runden á 14km in 1:03:24 bewältigt. Irgendwie war das nicht ich, ich kam mir vor wie der Duracell-Hase und vergaß vor lauter Schreck die Endorphin-Produktion hochzufahren.
Was aber leider auch wahr ist: dieser Effekt hält nicht so lange an, wie man hofft. Das fiel mir schmerzlich beim Mittsommernachtslauf auf, bei dem am 18.6. rund um den Krakower See 30 muntere km abzuspulen waren.
Der Lothar aus Bützow, der mir schon beim Inselseelauf den 3. AK-Platz weggeschnappt hatte, freute sich auf ein weiteres Stechen. Und wie lief es? Am Anfang war ich „direkt“ hinter ihm, und am Ende immer noch. Das hört sich jetzt trivial an, aber der Abstand änderte sich derweil von paar sek auf über 2min. Währenddessen, um das Wörtchen „direkt“ mit Leben zu erfüllen, musste ich jeden Konkurrenten überholen, der vorher von Lothar „bezwungen“ worden war. Das wurde zunehmend schwieriger. Aber nur so konnte ich ihn mit meinem heißen Atem „direkt“ weiter vor mir hertreiben (wie er später gestand). Bis zum Schild „noch 7,4km“. Da war ich ausgerüsselt, und der Sichtkontakt ging verloren und das Gelaufe wandelte sich langsam in ein golgatha-mäßiges Dahinschleppen. Gedanklich bereitete ich mich schon mal darauf vor, auf allen Vieren –irgendwann- über den Zielstrich zu krauchen und dort ne Weile liegen zu bleiben. Aber mein schöner Plan wurde auf dem letzten Kilometer von einem unlängst überholten, dann plötzlich Seitenstich-befreit mit frischen Kräften heranstürmenden Athleten (Guido aus Rostock, Danke!) vereitelt. Er machte den perfekten Pacemaker, und zwar so flott, dass ich mich voll konzentrieren musste, nicht abreißen zu lassen, und dabei leider nicht mehr auf meine Leiden achten konnte.  Und das Hakenschlagen durch die winkligen Gassen von Krakow lockte direkt noch mal den Duracell-Hasen hervor. Und während ich mich auf einen „death race“ auf der Zielgeraden einstimmte, hörte ich ein „Lauf man vor“. Wenn das keine wahre Läuferkameradschaft war, weiß ich auch nicht.
So wurde ich Zweiter der AK, wie übrigens auch Lauftreff-Kumpan Jürgen auf seiner 10k-Distanz.
Bemerkenswertes Detail am Rande: der Bericht vom vorjährigen Krakow-Rennen enthielt ja einige liebevolle Bemerkungen über eine rot-fusslige Parkplatz-Begegnung. Diesmal parkte ich woanders, aber ich musste es vor dem Start einfach mal auschecken – und wirklich,  meine Katzenbekanntschaft wartete schon. Miau!

Warum diese komische Überschrift? Nun, am Do hatte ich mal ne neue Läufer-Spezialnahrung ausprobiert: Spanferkel satt mit Sauerkraut beim Sommerfest der Schule. Vielleicht würde es ja einen Rudi-Rüssel-Effekt geben. Das Rennschwein, wissen schon… Aber nach dem Freitagstraining musste ich konstatieren, so richtig den Turbo zündet es eher nicht. Da machte ich mir schon einige Sorgen bezüglich des Laufcup-Punkte-Ertrages beim Oase-Inselseelauf. Der doch immerhin die Aufmerksamkeit der Sportwelt für eine Weile von der EM ablenken sollte.
Und es fing schon mal gut an. Als die Oase schon fett im Sichtfeld war, mahnte das Navi ungerührt zum geradeaus Weiterfahren statt korrekt abzubiegen. Da noch viel Zeit war, ließ ich ihm interessehalber den Spaß. Der endete aber schon 1km weiter bei einer Tankstelle. “Sie haben ihr Ziel erreicht” – trotz vollem Tank. Da übernahm ich dann doch lieber das Kommando Richtung Startbereich des Rennens – der bekannte Wiesn-Parkplatz.
Zahlreiche liebe Laufbekannte konnten begrüßt werden, besonders Lauftreff-Kumpan Jürgen, welcher in Steigerung seines vorjährigen Auftritts die Walking-Stöcke weglassen wollte und lieber „richtig“ laufen.
Zur Startzeit herrschte schon Sahara-Atmosphäre, und wer nicht an der Spitze lief, musste sich erstmal durch die massive Staubwolke durchkämpfen, die die Führenden aufwirbelten. Und bekanntlich ist die Strecke auf Grund ihres hügeligen Charakters ohnehin recht anspruchsvoll. Aber meistenteils lief man im kühlen Walde so vor sich hin, ab und zu sogar noch mit einem köstlich erfrischenden Gegenwind gesegnet. Im Gegensatz zum letzten Jahr musste ich mich diesmal alleine durchbeißen, weil sich einfach kein kompatibler Pace-Partner finden wollte. So musste ich folgerichtig vor Erreichen des Wendepunktes meinen entgegenkommenden LC-Hauptkonkurrenten in die schmunzelnden Gesichter sehen. Trotz Beschleunigung auf dem Rückweg bekam ich ihre Hinteransicht auch nicht mal mehr ins Blickfeld :-(
Bei der letzten Gabelung im Wald war es mir leider unklar, ob es links oder rechts weitergehen sollte. Kontakt zu meinem Navi nahm ich lieber nicht auf… Wertvolle Sekunden vergingen beim Warten auf ein Pärchen, welches ich unlängst mühevoll überholt hatte, um mir nun einen wertvollen Tipp zum restlichen Streckenverlauf abzuholen.
Mit 1:38:09 für die exakt 20,0km drei Minuten langsamer als letztes Jahr, und damit korrekt auf den 4. Platz abgerutscht, so dass ich diesmal nicht zur Siegerehrung musste. Schön. Schön??
Nun, hier muss ich mal ne kleine Kritik loswerden. Hatte mich nach dem Duschen ja extra in das schicke neue LAV-Shirt gehüllt zwecks Schaulaufen, aber nur, um mehrfach gefragt zu werden, ob ich neuerdings bei den Stadtwerken bin. Und das ständige Umdrehen, um die LAV-trächtige Rückseite zu präsentieren, geht nach so einem harten Rennen doch ganz schön an die Bandscheiben. Und wie soll man das auf dem Siegerpodest anstellen?
Naja, Jürgen ließ sich davon nicht verdrießen und genoß seinen AK-Bronzeplatz. Und ich kann mir für den Laufcup trotz allem einen ganzen halben Punkt mehr auf dem Konto verbuchen.

Verschiedene hochkarätige Ereignisse versetzten die Sportwelt an diesem Wochenende in Spannung: Zuerst natürlich die 10. Auflage des traditionsreichen Neuklosterseelaufes am Freitagabend. Einen Tag später gab es dann noch die MV-Landesmeisterschaft 10k Bahn und, mal überlegen, ach ja, das Spiel von Real gegen Atlético Madrid.
Eine schwere Gewissensentscheidung war im Vorfeld zu treffen, denn es galt sich zwischen der knallharten Landesmeisterschaft&Laufcup und eben dieser Neuklosteraner Genussrunde zu entscheiden.
Für ersteres sprach, dass nach Papierform der vorangemeldeten Teilnehmer ein sicherer 3. Ak-Platz zu erwarten war. Ein Punkt mehr in der LC-Wertung. Und der Anwärter auf den 2. Platz in Gestalt des Sportfreundes Prescher hatte schon mal eine 46:00 als Zielzeit angegeben – eine Sekunde langsamer als bei meinem prahlerischen Stundenlauf in Warnemünde. Das war aber wohl eher als schelmisches Lockangebot zu verstehen, denn eigentlich kann er auf dieser Distanz merklich schneller sein.
Nach schweren innerlichen Kämpfen war es dann plötzlich für eine fristgerechte Anmeldung zu spät. Oh.
Aber andere Orte haben auch schöne Läufe. Und in Neukloster war ich schon drei Mal, womit sich auch mehr oder weniger skurrile Erinnerungen verbinden.
Beim ersten Mal war ich so schlau, falsch abzubiegen und statt der 10km die 5km-Distanz zu finishen. Obwohl ich die Gegend kenne! Verdammter Tunnelblick. Und während ich noch verwirrt im Zielbereich herumgeisterte, meinte ein schweißüberströmter Sportfreund bei der Zeiterfassung „Ich hätte nie gedacht, dass mir die 5km so weit vorkommen würden“. „Du bist ja auch die 10km gelaufen…“. So gleicht sich alles aus.
Währenddessen drängelte der Gesamtsieger, endlich die Siegerehrung durchzuziehen, weil er noch mit dem Fahrrad nach Schwerin zurück müsse. Der hatte noch Reserven.
Nachdem letztes Jahr der Cup Priorität hatte, nun der Gerechtigkeit halber diesmal umgekehrt.
Die Strecke ist präzise 10,4km lang (also quasi als kleine Strafe eine Runde mehr zu laufen als in Gü) und nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern durch eine ausgeprägte sandige Hügeligkeit auch als anspruchsvoll zu bezeichnen. Die Schwüle hatte sich beim Start um 18:30 schon etwas verzogen.
So kam ich nach Überwindung der Hügelstrecke ganz gut in Fahrt, konnte mich im Pulk recht schön vorarbeiten und mich noch auf der Zielgeraden nicht besonders Kavalier-like an der gefeierten „zweiten Frau“ vorbeidrängeln.
Das Größte kam zum Schluss: das Ziel befindet sich direkt an der dortigen Badestelle, so dass einer sofortigen und nachhaltigen Erfrischung nichts im Wege stand.
Auf Dauer werde ich Güstrow aber nicht aus dem Wege gehen können – am 11.6. lockt schon mal der Oase-Inselseelauf mit seinen gewöhnlich sehr heißen 20 Kilometern.

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